Eins musste ich mir noch anschauen bevor ich Nicaragua wieder verlasse - die Insel Ometepe. Es handelt sich dabei um die größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee.
Mit dem Express Bus von Managua ging´s direkt nach San Jorge, dem Hafenort von Rivas. Dort wartete bereits eine sog. Lancha (siehe Foto), die auf die Insel Ometepe fahren sollte.
Das Boot hatte ganz schön zu tun um gegen die ziemlich hohen Wellen anzugehen und ich hatte ganz schön zu tun um nicht seekrank zu werden - also schön den Horizont fixieren, der aber aufgrund des Seegangs immer wieder verschwand. Am ganzen Boot hab ich übrigens ganze 2 Schwimmwesten entdeckt...
Naja, wir sind gut in Moyogalpa angekommen und das Hostel "El Indio Viejo" hab ich auch gleich gefunden - auf den ersten Blick echt nett und sauber.
Mir wurde empfohlen den Sonnenuntergang am Hafen anzuschauen und da es ja schon späterer Nachmittag wollte ich das doch auch gleich machen.
Also ein Spaziergang durch`s Dorf und dann wieder auf Richtung Hafen.
Auf dem Weg dorthin traf ich dann auf 3 Mädels, die ich auch schon im Hostel gesehen hatte und kam mit ihnen ins Gespräch. Saskia und Yolanda aus Holland sowie Guillermina aus Argentinien hatten den gleichen Tip bekommen - also gemeinsam auf zum Hafen und mit einem Bierschti den Sonnenuntergang genießen.
So hatte ich auch schon meine Begleiterinnen für die nächsten Tage gefunden...
Für den nächsten Morgen hatten wir dann bereits Räder reserviert und machten uns in der Früh auf die Insel ein bisschen zu erkunden.
Zunächst waren wir in einem Museum über die präkolumbianischen Funde auf der Insel und dann in der numismatischen Austellung, die auch vieles der Geschichte der letzten 100 Jahre des Landes beinhaltet.

Schaut doch ein bisschen aus wie ET oder !?!?!?
Geldentwertung während des Bürgerkrieges in den 80ern - plötzlich waren 1.000 Cordoba 1.000.000 Cordoba wert, was mit einem Stempel gekennzeichnet wurde.
Dann fuhren wir weiter nach "Charco Verde". Zunächst Mittagessen und dann eine kleine Wanderung um den kleinen See "Charco Verde", der wie eine kleine Lagune neben dem großen Nicaragua See liegt.
Die Affen waren überhaupt nicht scheu und ließen sich nicht stören.
Auf dem Weg retour nach Moyogalpa machten wir noch Halt am Punto Jesus Maria - eine Landzunge bei der man meterweit in den See hinaus gehen kann - um uns den Sonnenuntergang anzuschauen.
Zurück ging´s dann in der Dämmerung mit 1000... fliegenden Tierchen als Gegenverkehr, die mir alle in den Ausschnitt geflogen sind, sodass ich lauter schwarze Punkte bis runter zum Bauch hatte - und das juckt!!!
Zur Belohnung gab´s dafür etwas Rum, der sich aber am nächsten Morgen im Kopf bemerkbar machte...
Deshalb machte ich mich mit Guillermina erst gegen Mittag auf zur anderen Seite der Insel. Leider sind die Busverbindungen am Sonntag ziemlich rar, weshalb wir etwas tiefer in die Tasche greifen mussten, aber nur rumhängen wollte ich auch nicht.
Also, erster Stop Playa Santa Domingo... netter Strand dafür, dass es sich um einen See handelt, aber sehr windig und ganz schöne hohe Wellen!
Deshalb weiter zu Fuß zum "Ojo de Aqua" (Auge des Wassers) bis wir von einem netten Taxler gratis bis dorthin mitgenommen wurden. Vom "Ojo de Aqua" hab ich mir einiges erwartet, da es einer der berühmtesten Orte auf der Insel ist. Leider wurde ich etwas enttäuscht - ein viel zu kleiner Naturpool mit viel zu vielen Leuten und das Essen war auch nicht besonders.
Spaß hatten wir trotzdem...
Irgendwie kamen wir dann am Abend wieder zurück nach Moyogalpa, wo ich recht schnell ins Bett fiel.
Für den nächsten Morgen stand der Vulkan Conception am Programm, das ich mit den beiden Holländerinnen vereinbart hatte.
Also um kurz vor 7h stand unser Guide vor der Hosteltür, der Bus zum nächsten Ort ging um 7, wo unsere Wanderung starten sollte. Nachdem wir ca. 45 min bis zum Fuß des Vulkans gewandert sind und vieles über die hiesige Flora und Fauna und die medizinischen Wirkungen diverser Pflanzen von unserem Guide erfahren, ging es ca. 1000 Hm nach oben.
Uns kamen bereist 2 Gruppen entgegen, die bis zum Gipfel gehen wollten, was aufgrund des starken Windes aber nicht möglich war. Als wir aus den Bäumen ins offene Gelände gelangten, wussten wir dann auch warum... es stürmte, ich musste mich richtig gegen den Wind stemmen, damit es mich nicht umhaut.
Für uns war aber auch schon von Beginn an klar, dass, wenn die Bedingungen nicht gut genug sind, wir den kompletten Aufstieg auch nicht machen werden. Und so war es nicht nur sehr wolkig sondern auch mehr als nur windig! Nach ein paar Fotos und einer Stärkung machten wir uns auch wieder auf den Weg nach unten - es war auch recht kühl da oben...
Den Kühen machte das aber alles nichts aus - ich fühlte mich ein bisschen wie auf der Alm zuhause...
Unten angekommen gab es dann laut unserem Führer für die nächsten 2 Stunden kein Bus in den Ort - also Fußmarsch bis uns ein Moto-Taxi aufgegabelt hat (da waren wir aber schon fast da, wie sich herausstellte).
Meine 2 holländischen Begleiterinnen - Jolanda und Saskia
Für den nächsten Morgen war dann die Abreise geplant. Dazu wollte ich unbedingt eine Fähre und keine Lancha mehr erreichen, also hab ich meine Rechnung schon am Vorabend beglichen.
Naja, wie sich dann aber herausstellte, wurde mir aber um einiges zu viel verrechnet bzw. mein Pfand nicht mit abgerechnet - war alles ein bisschen chaotisch... Sollte mir aber eine Lehre sein und die Abrechnungen werde ich in Zukunft besser zu checken.
Blick zurück auf den Vulkan Conception
Zusammen mit den beiden Holländerinnen erreichte ich dann aber doch noch rechtzeitig die Fähre. Diese Überfahrt gestaltete sich wesentlich angenehmer. Wir teilten uns noch ein Taxi nach Rivas zum Busbahnhof. Die beiden fuhren weiter nach Granada und ich bestieg den übervollen Bus nach Managua.
(Managua - Nicaragua)