Bevor ich aber in die Vereinigten Staaten von Amerika eingereist bin, musste ich aber einige wichtige Entscheidungen treffen.
Da ich über die USA nach Canada eingereist bin (Zwischenstopp in Dallas), habe ich bereits dort meinen Einreisestempel bekommen, der mich berechtigt 90 Tage visumfrei in den USA zu reisen. Ich habe aber im Laufe meiner Reise die Info erhalten, dass es den Amis egal ist, ob ich mich in den USA oder in Canada aufhalte, solange es der nordamerikanische Kontinent ist. Das bedeutet für mich, dass ich mit 21.Oktober die USA verlassen muss, wenn ich kein Visum besitze, das mich berechtigt länger zu bleiben. Zunächst dachte ich, ich werde versuchen in Calgary in der US-Botschaft ein Visum zu beantragen. Ok - gemacht - dann die Info, dass ein persönliches Interview notwendig ist, das frühestens am 16.Okt stattfinden kann - sehr knapp - vor allem weil es laut www schwierig ist außerhalb des Heimatlandes ein Visum freigegeben zu bekommen. Dazu kommt nach, dass, wenn ein Visum abgelehnt wird, dies im Pass vermerkt wird, und das kommt bei späteren Einreisen in die USA gar nicht gute...
Schlussendlich habe ich mich dazu entschieden, mein Visum-Vorhaben abzubrechen und nett an der Grenze zu fragen, ob mein 90-tägiger freier Aufenthalt verlängert werden kann... Leider meinte die Dame an der Grenze bei Osoyoos, dass sie das leider nicht machen kann. Also habe ich nun meine Reisepläne über den Haufen geworfen und werde bereits Ende Oktober nach Nicaragua fliegen und dort dann entscheiden, wie es weiter gehen wird...
Naja, wenn es nichts Schlimmeres ist...man ist ja flexibel... ;-)
Ich bin also bei Osoyoos über die Grenze in die USA. Dort nahm ich den Hwy 20 entlang der Grenze von Washington zu Canada, der durch schneebedecktes Gebirge und wunderschöne Herbstwäldern führte. Leider war ich zu faul, um stehen zu bleieb u schöne Fotos zu machen...
Da ich den ganzen Tag Zeit hatte um nach Seattle zu kommen, fuhr ich nicht den direkten Weg, sondern nahm zusätzliche Strecken um, wie ich dachte, noch mehr zu sehen. Am Ende erreichte ich den Mountain Loop Hwy, der dann aber plötzlich in eine Schotterstraße überging und ich nicht mehr sicher war, ob ich richtig bin und das alles mit meinem Toyota Carolla...
Irgendwann, ganz plötzlich, bog ich um die Kurve und ich war wieder auf einer tadellosen asphaltierten Straße...ein weiteres Erlebnis auf dem Weg Richtung Süden!
Angekommen im Hostel in Seattle, in dem ich auch schon ein paar Wochen zuvor unterkam, traf ich sofort auf meine "Verabredung"! :-) Mit Karsten, den ich schon in Jasper und dann zufällig in Kelowna wieder getroffen hatte, hatte ich vereinbart mich in Seattle wieder zu treffen, um eine Reisegemeinschaft zu bilden.
Unser erstes Unterfangen essen gehen und Bier trinken.
Essen - Tapas inkl. Bier - check
Also weiter in eine im Hostel empfohlene sog. Speak Easy Bar - Bathtub Gin & Co. in einer sog. Backyard Street- mit einer sehr guten Auswahl an Whisky...
Gut, dass es früh wieder ins Hostel ging, denn am nächsten Morgen war ein Besuch bei Boeing in Everett (40 min nördl. von Seattle) angesagt.
Wir waren also im größten volumenmäßigen Bauwerk der Welt, in dem Boeing seine Flugzeuge fertigt. Das wurde uns auch einige Male unter die Nase gerieben. Es war schon beeindruckend, welche Ausmaße der Flugzeugbau dort angenommen hat und was Merchandising an Kohle abwerfen kann...
Fotos machen war leider nicht erlaubt.
Am Abend ging´s dann noch zu einem Spaziergang durch die Stadt, vorbei am Pike Place Market, den ich auch schon bei meinem ersten Besuch in Seattle besichtigt hatte.
Aber unser Ziel war der Columbia Tower, das höchste Gebäude der Stadt...
...um den Sonnenuntergang zu sehen!
Danach, ab zum Abendessen... in ein Restaurant (360), wo wir zunächst an der Bar warten mussten, um einen Tisch zu bekommen und dann das Essen nicht der echte Burner war. Dafür lag es sehr nah an der Speakeasy vom letzten Abend... und diesmal saßen wir dann doch länger dort an der Bar... inkl. Whiskyproben vom Barkeeper!
Achja, was ich noch gar nicht erwähnt hab... ich hab ein neues Mietauto!!! Unwesentlich größer als mein Carolla...
Zur Erklärung: Da ich ja meine Reisepläne umschmeißen musste, weil ich die USA verlassen muss, ich aber das Auto schon länger gemietet habe und außerdem das "Service"Zeichen im Toyota aufschien, bin ich in Seattle zu der Mietstation um die Dinge zu klären.
Was für ein Glück, die nette Dame, Judi, die mir den Wagen auch übergeben hatte, war wieder da.
Sie konnte leider nichts daran ändern, dass ich das Auto schon für die gesamte von mir geplante Dauer (Mitte Nov) bezahlt hatte, aber die Änderung der Rückgabestation war überhaupt kein Problem. Außerdem war es ihr ein Anliegen, da sie mir mit der Rückerstattung der Kosten nicht behilflich sein konnte, alles andere so angenehm wie möglich zu gestalten. Deshalb wurde Karsten kostenlos als zweiter Fahrer eingetragen und, da ich ja sowieso ein neues Auto erhalten sollte aufgrund der notwendigen Wartung des Corollas, erhielt ich ein kostenloses Super-Upgrade obendrauf. Mein neues Auto - ein Premium SUV der Marke Dodge - ist mehr ein Schiff als ein Auto und hätte für 7-8 Personen Platz...wow! Danke Judi! :-)
(Portland)