Endlich - auf Richtung Bonanza!
Zur Erklärung: Bonanza ist eine Mienenstadt in der autonomen Region RAAN im Nordosten Nicaraguas. Hansi arbeitet dort mit heimischen Kooperationspartnern. Bonanza befindet sich im Naturschutzgebiet Bosawas. Eine Aufgabe besteht darin zu versuchen die sog. die Agrarfront einzudämmen. Argarfront = Brandrodung des Regenwaldes durch Bauern, die dadurch ihre Weideflächen für Rinder und Anbauflächen für Mais und Bohnen erweitern bzw. neue Flächen finden wollen/müssen, da die alten kaum mehr fruchtbaren Boden bieten, weil einfach der Urwaldboden nicht für Ackerbau geeignet ist. Deshalb muss dort Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass es auch Alternativen zum herkömmlichen Ackerbau/Viehzucht gibt. Außerdem soll der illegale Holzhandel eingeschränkt werden.
In Bonanza selbst ist die Goldmienenfirma ein starker Partner um die Projekte durchzuziehen bzw. auch Neue zu starten. Sie wissen, dass sie durch ihre Goldgewinnung sowohl untertags als auch durch Tagebau Natur zerstören und helfen im Gegenzug den Regenwald zu schützen und nachhaltig wieder aufzuforsten unter Einbindung der Bevölkerung. In Rosita, einer ehemaligen Mienenstadt 30 km entfernt, befinden sich weitere Organisationen, die durch Hansi unterstützt werden.
Aber jetzt zur eigentlichen Reise in die RAAN!
Der Flug nach Bonanza war für Montag 9 Uhr morgens angesetzt. Am Flughafen Managua gibt es einen eigenen Terminal für Inlandsflüge. Dort läuft alles noch etwas anders ab. Die Beschriftung des ganzen Gepäcks erfolgt handschriftlich und man wird samt seinem Handgepäck gewogen, damit das Flugzeug ja kein Übergewicht bekommt…eigenartig mal selber auf der Gepäckwaage zu stehen!

Wir bekommen große, einlaminierte Boardingspässe, die auch wiederverwendet werden können - praktisch.
Hansi erklärt mir während wir warten, dass es keinen richtigen Flugplan gibt. Dieser wird täglich von der Fluggesellschaft (die einzige Nationale) neu gemacht, je nach Anzahl der Passagiere pro Destination. In jedes Kleinflugzeug passen 12 Leute; wir haben Boardingpassnummer 17 und 18, dh wir kommen nicht auf die erste Maschine, was bedeutet, wir wissen nicht, wann wir fliegen.
Wie gesagt, wann, wohin ein Flieger geht, hängt vom Bedarf ab und wann wieder ein Flieger verfügbar ist, heißt zurück in Managua ist.
Glücklicherweise mussten wir nur 2 Maschinen abwarten und konnten zu unserer Überraschung schon um halb 10 starten.
Der Flug war nur zu Beginn etwas ruckelig, die Sicht super und die Piloten entspannt - es geht doch nichts über Autopilot und ein kleines Nickerchen.
Blick auf den Managua-See und die Vulkankette Richtung Norden

Landung in Bonanza auf einer Schotterpiste - hatte aber schon schlimmere Landung mit größeren Maschinen und Asphalt/Beton darunter.
Das Gepäck wird einfach vor`s Flugzeug gestellt, wo es von einem Mitarbeiter ausgeteilt wird.
Leider war grad kein Taxi da, das uns in die Stadt hätte bringen können. Also einfach einen Mann neben uns gefragt, der gerade seinen Pickup belud und hinten rauf auf die Ladefläche - alles kein Problem.
Dann auf zu Hanis Dienstauto in Bonanza. Es war schon klar, dass dieses nicht starten würde, daher wurde schon vorher eine neue Batterie von Managua rauf geschickt, weil man so was dort nicht so einfach bekommt. Also die Batterie abgeholt und wieder zum Auto. Blöd nur, dass die beiden Pole nicht stimmten… was also tun. Mit etwas Gewalt und guten Willen mussten einfach nur die Kabel etwas gezogen werden, dann passt auch die falsche Batterie… Nica eben.
Am Nachmittag ging´s dann die 30 km nach Rosita in etwas mehr als 1 Std. Die Straße und die Brücken ist schon eine Erfahrung, vor allem nach der Regenzeit…
Dort mal unser Hotel bezogen und dann ins Gemeindeamt, das Hansi auch unterstützt. Am Abend dann bei ein paar Bier und typisch nicaraguanischen Essen den Tag beendet.
Dienstags eine Rundfahrt durch Rosita und das alte Mienengelände, auf dem Einheimische immer noch auf die altmodische Art mit Rinnen und Pfannen, Gold "schürfen"; danach ein schönes deftiges Frühstück (Gallo Pinto, Eierspeis, Queso frito, gebratene Wurst).
Später wieder nach Bonanza - diesmal zur Mienenfirma. Wir bekamen einen Führung übers Mienengelände und zum Tagebau mit Sonnenuntergang über der Stadt.




Danach gab´s Abendessen in der Werkskantine und Übernachtung in den firmeneigenen Quartieren.
Am nächsten Morgen sollten wir um halb 7 beim Frühstück sein, da um 7h Treffpunkt im Bürogebäude war. Ich bekam nämlich eine private Führung durch die Goldmiene; Hansi hatte derweil ein Meeting.
Nach einer Sicherheitsunterweisung und Ausstattung mit Helm, Lampe, Gürtel und Gummistiefel, fuhren wir zum Stollen 1300.
Noch ein Foto bevor´s ins dunkle Loch ging…
Alle waren super nett und ich war überrascht, wie viel ich von dem verstand, was mir auf Spanisch erzählt wurde. Ausserdem hatte ich mir weitaus schlimmere Arbeitsbedingungen vorgestellt… naja, ich bin halt auch nicht frei von Vorurteilen zum einen gegenüber Mienen zum anderen gegenüber einer Firma in einem armen Land wie Nicaragua.
Im Anschluss mussten noch ein paar Anstandsbesuche in Bonanza erledigt werden und danach ging´s wieder zurück nach Rosita, wo wir wieder ins gleiche Hotel eincheckten.
Donnerstag Morgen - Abfahrt 6 Uhr
Erste Etappe ca. 80 km nach Siuna - nach 2,5 Std endlich Frühstück - die Straße war in einem ähnlichen Zustand…
Gestärkt fuhren wir weiter, bei der Ausfahrt Siuna winkt uns allerdings einer vom "Umwelt-Militär" (die sind da um das Naturschutzgebiet zu schützen) damit wir halten; ob wir ihn und seine Kollegen hinten auf der Ladefläche in die nächste Stadt mitnehmen können - klar doch! An sich ja überhaupt nichts Ungewöhnliches, wenn hinten wer drauf sitzt, aber schon komisch, vor allem für einen Europäer, wenn diese Leute alle Gewehre bei sich haben.
Unser nächster Stopp war dann gegen 13 Uhr in Rio Blanco inkl. Mittagessen: super süße Tortillas mit Käse und Crema. (Foto)
Dann weiter nach Boaco, wo wir noch einiges an Milchprodukten einkauften, die Region ist bekannt dafür und dann noch in den Abendverkehr in Managua.
Nach 12 Std Fahrt waren wir zuhause und fertig!
Am Wochenende wurden dann Kekse, Pizza und Kuchen gebacken - war ja der 1. Advent!!! Schon komisch, wenn man bei 30 Grad vor dem heißen Ofen steht und man sich alle 15 min am liebsten duschen gehen würde… ;-))

Viel ist davon aber nicht mehr übrig...
(Managua - Nicaragua)












































